|
Das Weiterstädter Stadtparlament erhöht zum 1.April die Gebühren für die Kindergärten. Bemerkenswert war die routinierte Debatte, in der die Begründung für die Gebührener-höhung der Öffentlichkeit dargestellt wurde. Die angespannte Haushaltslage, die Kosten-deckung von 20% (von Kommunalaufsicht gefordert), die Gebühren seien seit 2002 nicht mehr erhöht worden und das Betreuungssystem sei im Kreis vorbildlich wurden wirksam in die Debatte eingebracht.
Dass bei einer „Umschichtung“ von 0,24% im 46 Millionen umfassenden Haushalt die Erhöhung nicht notwendig gewesen wäre, hat die Mehrheit (CDU und ALW) ignoriert.
Die Bedeutung des Kindergartens als Förder- und Bildungsort und nicht nur als Betreu-ungseinrichtung wurde nicht debattiert, obwohl spätestens seit den Pisastudien die klassi-sche Trennung von ‚Kita gleich Betreuung’ und ‚Schule gleich Bildung’ nicht mehr halt-bar ist.
Da der Kindergarten eine Vorstufe der Schule ist, hat jedes Kind ein Recht auf einen ge-bührenfreien Platz (wie in der Schule und den hessischen Hochschulen).
Auch wenn sich das Stadtparlament für eine Gebührenfreiheit nicht zuständig fühlt, sind politische Äußerungen, die in diese Richtung weisen, und keine weitere Erhöhungen der Gebühren das mindeste, was man erwarten sollte.
Die von den allen Weiterstädter Kindertageseinrichtungen ausgearbeitete Rahmenkon-zeption „Frühe Bildung“ beschreibt ausführlich den Kindergarten als Förder- und Bil-dungsort.
Vom Bildungsbeirat (er tagt nicht öffentlich) sind mir keine Aktivitäten zur Abschaffung der Kindergartengebühren bekannt.
Die Ergebnisse aus Berlin (z. Zt. ein Jahr demnächst drei Jahre beitragsfrei) zeigen schon jetzt: Kita-Kinder starten besser vorbereitet in die Schule, sie haben eine bessere Sprach-fähigkeit und wichtige Lerntechniken erworben.
|